2026: Weniger Hype. Mehr Wirkung.
Unternehmen stehen heute zwischen zwei Kräften: mehr Möglichkeiten durch Cloud, KI und Automatisierung – und gleichzeitig mehr Komplexität, mehr Angriffsflächen, mehr Anforderungen. 2026 geht es darum, die richtige Balance zu finden.
Die Frage ist nicht mehr: Was ist technisch möglich?
Sondern: Was bringt uns wirklich weiter – und wie setzen wir das sicher um?
Wir blicken auf die wichtigen IT-Trends des Jahres – und fokussieren uns dabei auf unsere Kernthemen Workplace Management, IT-Security und KI.


Workplace Management
Hybrid ist Alltag
Die Frage „Cloud oder On-Prem?“ stellt sich 2026 kaum noch. Moderne IT-Landschaften sind hybrid und dynamisch. Anwendungen und Daten laufen dort, wo es fachlich, technisch, regulatorisch am sinnvollsten ist und wo oben beschriebene Souveränität gegeben ist.
Statt Universalmodell braucht es ein Portfolio von Betriebsmodellen, das so aussehen könnte:
- sensible Daten im eigenen Rechenzentrum
- skalierbare Anwendungen in der Public Cloud
- regionale oder souveräne Cloud-Umgebungen für Compliance und Entlastung der eigenen Infrastruktur
- Edge-Infrastrukturen für zeitkritische Anwendungen
Auch im KI-Kontext setzen immer mehr Unternehmen bewusst auf mehrere Plattformen oder Modellanbieter. Aus notwendigem Risikomanagement. Denn Compliance-Anforderungen, Datenresidenz, geopolitische Spannungen sowie harte Anforderungen an Latenz und Verfügbarkeit erfordern es.
Geopatriation ist dabei das Stichwort und meint die Verlagerung von Workloads aus globalen Hyperscale-Clouds in souveräne oder lokale Umgebungen. Laut Gartner sollen 75% der Unternehmen bis 2030 ihre Workloads geografisch auslagern. Entsprechend nimmt auch das Angebot souveräner Clouds von Hyperscalern und lokalen Anbietern aktuell rapide zu.
Die eigentliche Herausforderung liegt heute also nicht mehr in der Technologie selbst, sondern in ihrer Orchestrierung: Integration, Transparenz und einheitliches Management entscheiden darüber, ob hybride IT zum Vorteil oder zur Belastung wird.
KI
Vom Spielzeug zum Werkzeug
2025 haben viele Unternehmen KI ausprobiert und getestet – 2026 nun wird KI vom Experiment zum Teil des Betriebs. Es braucht stabile Prozesse und messbaren Nutzen. Der Schlüssel liegt dabei nicht nur im Modell, sondern in der Datenaufbereitung und in der Integration – und letztlich in der Akzeptanz bei den Kolleg:innen.
So geht es darum, KI als effizientes Werkzeug zugänglich zu machen und aktiv zu nutzen sowie Daten verantwortungsvoll zu strukturieren, Transparenz zu schaffen und ethische Leitplanken zu entwickeln.
Damit KI effizient wirkt, heißt die Devise bei vielen mittelständischen Unternehmen aktuell: passgenau ist produktiver. Statt großem LLM sind kleinere, spezialisierte Modelle bevorzugt – denn sie lassen sich leichter betreiben, schneller integrieren und benötigen deutlich weniger Rechenleistung und sind schlicht günstiger als ein großes LLM. Auch punkten sie mit kürzeren Antwortzeiten, mehr Kontrolle über Daten und einem stabilen Betrieb auch ohne komplexe Infrastruktur. Hier überzeugen z.B. Plattformen wie IBM watsonx. Durch fertige Bausteine für Datenaufbereitung, Modelltraining und Governance lassen sie sich nahtlos in bestehende IT-Umgebungen integrieren und Unternehmen können Use Cases innerhalb kurzer Zeit testen und in den Betrieb überführen. Das ist besonders praktisch für Organisationen, die schnell Ergebnisse sehen wollen – und KI Schritt für Schritt, sicher und kontrolliert skalieren möchten. Mit dem passenden Projektansatz wird KI so zum effizienten Werkzeug.

Im Großen ist Cybernetic Enterprise ein aktuell viel diskutiertes Konzept. Gemeint ist eine Organisation, die sich kontinuierlich anpasst und weiterentwickelt – durch die feste Verankerung von KI als Feedback- und Lernverstärker. Statt KI isoliert oder als Add-on zu betrachten, ist sie integraler Bestandteil des organisatorischen Betriebssystems. Strategie und operative Umsetzung greifen dabei direkt ineinander und beinhalten Feedback aus allen relevanten Perspektiven – von Kund:innen über den Betrieb bis hin zu Risiko und Geschäftswert.
So werden KI-Agenten nicht nur als Experiment betrachtet, sondern wie produktive Software behandelt: mit klarer Verantwortung, messbaren Ergebnissen und definierten Sicherheits- und Qualitätsstandards.
IT-Security
Security First: Schutz bevor etwas passiert
Cybersecurity war lange eine technische Disziplin, 2026 wird sie mehr und mehr zur Frage der Existenz. Wir befinden uns in einer Zeit, in der Cybercrime perfide und gnadenlos schnell ist. Wer jetzt noch im Reaktionsmodus ist, statt vorzusorgen, kommt schlicht zu spät. Sicherheit gehört ins Top-Management – als strategischer Schutz für Vertrauen und Geschäft. Dabei geht es um permanente, präventive und automatisierte Threat-Bekämpfung.
Präemptive Sicherheit, die auf die Sensibilisierung von Mitarbeitenden, smartes Identity & Access Management und LLM-Security setzt, ist dabei ganz entscheidend. Wir stellen fest, dass Unternehmen eher riskieren, etwas „kaputt zu machen“ als ein Sicherheitsrisiko einzugehen. Das heißt, Patches für Sicherheitslücken werden so schnell wie möglich eingespielt – auch ohne ausgiebige Tests – und Sicherheit so als Top-Prio gesetzt. Bei den Sicherheitstechnologien setzt sich dieser Fokus allerdings nicht fort. Denn wir stellen fest, dass viele Unternehmen zu wenig in Sicherheitstechnologien investieren, die bei der Abwehr von Angriffen unterstützen – und auch das eigene Personal wird zu wenig geschult, um eingesetzte Software auch wirklich beherrschen zu können. Ist die Expertise intern nicht vorhanden, so ist es um so wichtiger, mithilfe von externen Partnern für ein größtmögliches Sicherheitsniveau und im Falle des Falles für die richtige Reaktion sorgen zu können.
Ob Security, Workplace Management oder KI, 2026 kommt man am Thema der Digitalen Souveränität nicht vorbei. Dabei geht es darum, Technologien, Infrastrukturen und Daten selbstbestimmt, sicher und unabhängig zu nutzen, zu kontrollieren und weiterzuentwickeln. Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern, insbesondere solchen außerhalb der EU, sollen verringert werden. Aktuell ist das Angebot jedoch noch zu klein und häufig fehlen vergleichbare Lösungen – aber es ist ein klarer Trend beim Ausbau souveräner Lösungen zu sehen: So wird beispielsweise von der Schwarz IT ein Rechenzentrum für 11 Mrd. Euro gebaut oder von der Telekom eine KI-Fabrik mit 10.000 GPUs in Deutschland. Ein wichtiger Schritt, denn: Unternehmen, die ihre eingesetzten Lösungen im eigenen Rechenzentrum betreiben oder auf Hosting-Anbieter aus der EU oder gar Deutschland vertrauen, sind in puncto Souveränität schon mal einen Schritt weiter – auch wenn die Lösungen selbst beispielsweise noch von amerikanischen Anbietern stammen. Wir gehen davon aus, dass es in den nächsten Monaten und Jahren viele weitere europäischen Angebote geben wird, die sich nach und nach als echte Alternative zu den bestehenden Lösungen etablieren werden.

Laut Gartner wird wohl die Marke von 1 Million dokumentierten Sicherheitslücken bis 2030 überschritten werden. Und 50% der Ausgaben für Sicherheitssoftware für präventive Lösungen aufgewendet werden.
Fazit
2025 hat das Thema Cybersicherheit verstärkt und souveräne Lösungen auf die Agenda gebracht – politisch angestoßen und vom Markt aktiv aufgegriffen. Dennoch steht Europa hier erst am Anfang.
Digitale Souveränität und Compliance werden immer mehr vom Spezialthema zum Standard: Sie müssen künftig bei jeder IT-Entscheidung mitgedacht werden. Und das gilt auch beim Thema KI, wo es zusätzlich darum geht, einen messbaren und nachvollziehbaren Nutzen zu schaffen und Prozesse und Menschen spürbar zu entlasten.
Denn: 2026 wird gemessen an Ergebnissen und Erlebnissen – nicht an Devices oder Lizenzen. Nur Unternehmen, die sicher aufgestellt sind, unabhängig agieren und ihren Mitarbeitenden spürbar Arbeit abnehmen, können sie gewinnen und vor allem halten. Prosa hilft nicht mehr, dieses Jahr zählt das Machen!




