Der Fall „Signal“: Warum echte IT-Sicherheit bei Technik und Menschen gleichermaßen ansetzen muss
Obwohl der Messengerdienst Signal als besonders sicher gilt, konnten Angreifer dennoch erfolgreich Daten abgreifen – nicht durch das Knacken der Technologie, sondern durch das Ausnutzen menschlicher Interaktion. Moderne Cybersecurity basiert auf zwei entscheidenden Faktoren: starker technischer Schutz und der richtige Umgang durch den Menschen. Der aktuelle Angriff rund um den Messenger Signal zeigt eindrücklich, warum beides untrennbar zusammengehört. Wir schildern den aktuellen Vorfall und was er für moderne Unternehmen bedeutet.


Was ist passiert?
In den vergangenen Monaten wurden zahlreiche hochrangige Personen aus Politik, Militär und Medien gezielt über Signal angegriffen. Dabei handelte es sich nicht um einen klassischen Cyber-Hack, sondern um eine ausgeklügelte Phishing-Kampagne.
Die Angreifer gingen dabei strategisch vor:
- Sie gaben sich als offizieller Support (z. B. „Signal Support“) aus
- Sie forderten zur Eingabe von Zugangsdaten, PINs oder zum Scannen von QR-Codes auf
- Sie nutzten gezielt Vertrauen und Zeitdruck
Sobald Betroffene reagierten, konnten die Angreifer auf Chats, Kontakte und sensible Informationen zugreifen.
Wichtig:
- Die fehlende Aufmerksamkeit und das unbedachte Agieren der Nutzer:innen war das Problem, sodass Angreifer legitime Funktionen nutzen konnten – kombiniert mit Social Engineering.
- Die Sicherheitsmechanismen von Signal selbst wurden nicht kompromittiert.

Social Engineering: die gezielte Manipulation von Menschen, um an vertrauliche Informationen zu gelangen oder bestimmte Handlungen auszulösen. Anders als bei klassischen Cyberangriffen steht hier nicht die Technik im Fokus, sondern das Verhalten der Nutzer. Angreifer nutzen psychologische Mechanismen wie Vertrauen, Autorität, Angst oder Zeitdruck, um ihre Ziele zu erreichen – etwa durch vermeintliche Support-Anfragen oder dringende Sicherheitswarnungen. Gerade weil diese Angriffe oft täuschend echt wirken und in gewohnten Kommunikationskanälen stattfinden, sind sie schwer zu erkennen.
Der Faktor technische Sicherheit: Basis, aber nicht ausreichend
Auch wenn der Angriff nicht auf eine Schwachstelle in der Software zurückzuführen ist, zeigt er umso mehr, wie wichtig eine durchdachte technische Sicherheitsarchitektur ist.
Moderne IT-Security kann heute:
- das Prinzip “Zero Trust” umsetzen
- Geräte und Identitäten absichern
- Angriffsflächen systematisch reduzieren
- verdächtige Zugriffe erkennen
- ungewöhnliches Verhalten analysieren
Gerade im Zusammenspiel von Endpoint Management, Identity & Access Management und Security Monitoring lassen sich viele Risiken frühzeitig erkennen, eingrenzen und abwehren. Technik verhindert nicht jeden Angriff – aber sie begrenzt Risiko und Schaden und schafft Kontrolle.
Der Faktor Mensch: Ziel moderner Angriffe
Der Fall zeigt deutlich: Angreifer:innen umgehen technische Schutzmechanismen gezielt, indem sie den Menschen ins Visier nehmen.
Typische Muster:
- Vertrauen („Ich bin der Support“)
- Dringlichkeit („Sofort handeln“)
- Gewohnheit (Messenger-Kommunikation)
Psychologische Tricks spielen bei Cyberangriffen eine große Rolle und führen leider allzu oft zum Erfolg. Das macht diese Angriffe so effektiv – und so schwer zu erkennen.

Für Unternehmen bedeutet das:
Technische Sicherheitslösungen sind unverzichtbar – aber sie entfalten ihre volle Wirkung nur im Zusammenspiel mit klaren Prozessen und sensibilisierten Mitarbeitenden.
Was Unternehmen daraus lernen müssen
Für Unternehmen ist dieser Vorfall ein klarer Weckruf. Denn die gleiche Angriffsmethode funktioniert nicht nur bei Politikern – sondern genauso in der Wirtschaft bei allen Unternehmen.
Die wichtigste Erkenntnis: IT-Sicherheit ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied – und das ist oft nicht die Technik. Technik wird zur stabilen Grundlage, auf der sichere Prozesse und Nutzerverhalten aufbauen.
Deshalb sollten Unternehmen ihre Sicherheitsstrategie entlang von drei gleichwertigen Säulen aufbauen:
1. Technologie – die Basis
- UEM / Endpoint Security
- Identity & Access Management
- Zero Trust & Conditional Access
- Monitoring & Detection
Sorgt für Kontrolle, Transparenz und Schutz
2. Prozesse – die Leitplanken
- Klare Regeln für Software-Nutzung, Kommunikation und Datenfreigabe
- Mehr-Augen-Prinzip bei kritischen Aktionen
- Definierte Reaktionsprozesse bei Vorfällen
Reduziert Fehlentscheidungen im Alltag und deckt Vorfälle frühzeitig auf
3. Mensch – der entscheidende Faktor
- Awareness-Trainings
- Phishing-Simulationen
- klare Handlungsempfehlungen
Hilft, Angriffe zu erkennen und sensibilisiert für den Ernstfall

Moderne Awareness-Trainings: Tools wie SoSafe setzen auf realitätsnahe Phishing-Simulationen und interaktive Lernformate, um typische Angriffsmuster erlebbar zu machen. Statt reiner Theorie lernen Mitarbeitende im Arbeitskontext, verdächtige Situationen zu erkennen und richtig zu reagieren. Das erhöht nicht nur die Aufmerksamkeit im Alltag, sondern sorgt langfristig für ein deutlich höheres Sicherheitsniveau im gesamten Unternehmen.
Fazit: Sicherheit entsteht im Zusammenspiel
Der Signal-Angriff zeigt eindrücklich: Es reicht nicht, nur in Technologie zu investieren – aber ohne sie geht es erst recht nicht.
Unternehmen brauchen:
- starke technische Sicherheitslösungen
- klare Prozesse
- sensibilisierte Mitarbeitende
Nur das Zusammenspiel aller drei Bereiche schafft echte Resilienz.
Wenn Sie Ihre Sicherheitsstrategie ganzheitlich aufstellen wollen – von technischer Absicherung bis zur Nutzer-Sensibilisierung – lassen Sie uns sprechen! Wir freuen uns auf Sie.



